Krise in Tunesien

Nachrichten, 30. Juli 2021

In dem Land Tunesien gibt es einen großen politischen Streit. Der Präsident hat die Regierung abgesetzt und das Parlament geschlossen. Die größte Partei des Landes ist empört. Andere Menschen freuen sich.

Polizisten am Parlament in der Haupt-Stadt Tunis. (Adel Ezzine/XinHua/dpa)

In Tunesien gab es in den vergangenen Monaten viele Demonstrationen. Menschen sind auf die Straße gegangen, weil sie mit der Regierung unzufrieden waren. Dafür gab es verschiedene Gründe. Ein Grund war, dass die Menschen sich nicht gut geschützt fühlen gegen das Corona-Virus. Ein anderer Grund ist, dass viele Menschen in Tunesien arbeitslos oder sehr arm sind.

Der Präsident heißt Kais Saied. Er hat entschieden: Die Regierung wird abgesetzt. Und das Parlament darf einen Monat lang nicht arbeiten. Soldaten haben das Parlament verschlossen und umstellt. Sie haben die Politiker nicht hineingelassen. 

Die stärkste Partei in Tunesien heißt Ennahda. Sie sagt: Der Präsident durfte das nicht tun. Er hat gegen die Verfassung und gegen die Demokratie gehandelt. Der Präsident sieht das anders. Er sagt: Ich will in Tunesien für Sicherheit und Ordnung sorgen.

Tunesien ist erst seit wenigen Jahren eine Demokratie. Vorher war es eine Diktatur. Manche im Land haben Angst, dass es jetzt wieder eine Diktatur wird, dass die Menschen also nicht mehr frei wählen können. Auch die Regierungen in Europa sind besorgt. 

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