Love-Parade-Prozess wohl vorbei

Vermischtes, 10. April 2020

Vor fast 10 Jahren gab es in der Stadt Duisburg eine Katastrophe. Bei dem Musik-Fest Love-Parade sind 21 Menschen gestorben, viele wurden verletzt. Das Gericht will jetzt den Prozess beenden.

Das Foto aus dem Jahr 2010 zeigt das Gedränge bei der Love-Parade an einer Treppe. (Daniel Naupold / picture alliance / dpa)

Bei der Love-Parade hatte es ein großes Gedränge in und vor einem Tunnel gegeben. Viele Menschen wollten weglaufen. Es gab aber nicht genug Platz. Sie wurden zu Tode gedrückt oder verletzt.

Das Land-Gericht Duisburg hat viele Jahre lang Menschen befragt, die an diesem Tag dabei waren. Es hat auch die Menschen befragt, die das Musik-Fest organisiert haben. Im Moment stehen noch 3 Menschen vor Gericht. Sie haben bei dem Veranstalter von dem Musik-Fest gearbeitet. Jetzt sagt das Gericht: Wir wollen den Prozess beenden.

Der Grund ist das Corona-Virus. Viele Prozesse dürfen im Moment deshalb nicht mehr stattfinden. Das Problem ist: Bald ist die Katastrophe 10 Jahre her. Nach 10 Jahren passiert in diesem Prozess etwas, das Verjährung heißt. Verjährung bedeutet: Es ist zu viel Zeit seit der Straf-Tat vergangen. Die Schuldigen dürfen nicht mehr bestraft werden.

Wahrscheinlich muss also niemand ins Gefängnis oder Geld bezahlen. Viele Verwandte von den Opfern sind enttäuscht. Sie finden es ungerecht, dass niemand verurteilt werden soll. Der lange Prozess hat aber auch gezeigt: Bei der Love-Parade haben sehr viele Menschen Fehler gemacht. Es ist schwierig zu sagen: Eine einzelne Person ist für den Tod der 21 Menschen verantwortlich.

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